Stand 3/16

Dr. Heiner Reinke-Dieker

Führungs- und Erkenntnismethoden

Ein Blick auf 2016HRD-3-14-a-Kopf

 

Die Entwicklungen bei Volkswagen und der Deutschen Bank im Herbst 2015 zeigen, wie gefährlich es sein kann, an bisher erfolgreichen Lösungen zu lange festzuhalten. Damit gerät das Denken der Beteiligten in den Blick.

Das menschliche Denken ist nun einmal nur ungenügend auf komplexe Anforderungen vorbereitet. Wahrnehmungen werden zu leicht unterdrückt oder verzerrt aufgrund Vorerfahrungen, Wunschdenken oder Ängsten. Daher neigen Einzelne wie auch Organisationen zu Selbsttäuschungen und Beharrung.

Die Überwindung von Einseitigkeiten und das Mutmachen für Alternativen ist daher zentral in Seminaren und Coaching: Heraus aus mentalen Sackgassen. Damit ergeben sich dann zumeist neue, oft bessere Möglichkeiten. Dennoch darf nicht verkannt werden, dass jedes Querdenken, jede Verletzung des Gruppendenkens, auf emotionale Widerstände stößt. Unternehmen tun daher gut daran, Regeln und Routinen vorzugeben, mit denen Kreativität, ein allseitiges Überprüfen und auch Querdenken selbstverständlich werden.

IhrNasrudin

Heiner Reinke-Dieker

 

 

 

                Jemand beobachtete Nasrudin, wie dieser etwas auf dem Boden suchte. „Was hast du verloren, Nasrudin“, fragte er. „Meinen Schlüssel“, sagte der Mulla. Beide lagen nun auf den Knien und suchten. Nach einer Weile fragte der andere: „Wo hast du ihn denn eigentlich verloren?“ „In meinem Hause.“ „Aber warum suchst du ihn dann hier draußen?“ „Weil es hier heller ist.“

                  aus: Idries Shah, Die fabelhaften Heldentaten des weisen Narren Mulla Nasrudin, 2004, S.72